Franeker und Harlingen

8. Franeker – Harlingen – Terschelling

Ich habe den Wunsch, im Ort Franeker anzulegen und dort nochmals das wunderbare königliche Eise Eisinga Planetarium zu besuchen. Die gute Erinnerung, die ich vom Besuch im Jahr 2013 habe, bestätigt sich. Das Museum wurde zwischenzeitlich erweitert, ist noch umfangreicher, interessanter und schöner geworden.
Wir sind wieder fasziniert von Eise Eisinga, ein friesischer Wollkämmer, der zwischen 1774 und 1781 ein präzises bewegliches Modell des damals bekannten Sonnensystems gebaut hat. An der Wohnzimmerdecke in einem hübschen Grachtenhaus in Franeker befindet sich das älteste funktionstüchtige Planetarium der Welt, und es läuft seit damals und auch heute noch äußerst präzise, angetrieben von einem Uhrwerk. Weitere Informationen findet man auf www.planetarium-friesland.nl. Ein Besuch dort lohnt sich auf jeden Fall.

Auf dem Weg nach Harlingen müssen wir auf die Öffung einer Eisenbahnbrücke warten. Bei der Einfahrt nach Harlingen lachen wir: manch einer hatte die Maße seiner Garage bei Kauf des Bootes überschätzt…
Wir wollen ein paar Tage in der Stadt bleiben. Wir finden im Zuidoostersingel einen schattigen Liegeplatz und erkunden mit dem Fahrrad die Stadt. Quirlig, lebendig, nett. Das Wetter ist ziemlich stürmig. Die Wasserrettung lässt ihr Schnellboot ins Wasser, um kurze Zeit später einen manövrierunfähigen Segler an den Steg zu bringen.
Der Sturm draußen auf der Nordsee nimmt zu und als Schutz vor einer Sturmflut werden die Schleusentore in die Stadt geschlossen.
Schiffe, die noch ins Hafenbecken einlaufen, müssen an den Außenstegen festmachen.

Wir beschließen, mit der Fähre einen Tagesausflug nach Terschelling zu machen und dort mit dem Leihfahrrad die Insel zu umrunden.
Doch wir sind verwöhnt von unserem E-Antrieb und stöhnen immer wieder über die Kombination starker Gegenwind und „normales“ 3-Gang-Fahrrad. Der Muskelkater wird uns ein paar Tage begleiten.
Die Insel gefällt uns ausgesprochen gut. Superweite und saubere Sandstrände, nette Strandrestaurants, Dünen und Wälder, kleine Orte. Dem Strandgut-Museum statten wir einen Besuch ab, stärken uns in einer herrlich duftenden Kaffeerösterei mit Kaffee und bunten herrlichen Pralinen und erforschen auf dem Rückweg noch das Gelände des Bunkermuseums Terschelling. Deutsche Geschichte und die Dimension des Atlantikwalls wird hier vorstellbar.
Die Zeit verrinnt und die von uns gebuchte Fähre legt ohne uns ab. Wir kämpfen uns westwärts immer gegen den stärker werdenden Wind und wünschen uns nicht nur einmal unsere E-Bikes dabei zu haben.
Die Dame am Fährkarten-Infopunkt lacht, als ich ihr das Desaster mit Gegenwind und Leihfahrrädern erkläre und bucht uns auf die letzte Fähre um. Nun gehen wir erstmal in aller Ruhe essen, belohnen uns mit einem kühlen Dunklen und einem leckeren Dokkumer Kaffee.

Ein weiterer Fahrradausflug bringt uns immer südwärts am Deich entlang bis nach Kornwerderzand am großen Abschlussdeich des Ijsselmeeres. Ursprünglich als „Arbeitsinsel“ für den Bau des Abschlussdeiches von 1927 bis 1932 angelegt, wurde hier 1931 mit dem Bau von Festungsanlagen begonnen. Die alten Bunker und Kasematten werden von einem Verein gepflegt und können besichtigt werden.
Ebenso befindet sich hier die große Auslassschleuse als Verbindung vom IJsselmeer zur Nordsee. Es ist ein stürmischer Tag, der Wind auf der Nordsee zunehmend und so wollen immer mehr Schiffe durch die Schleuse, um auf das IJsselmeer zu kommen.
Der große Abschlussdeich wird zur Zeit verbreitert und erhöht und so ist die gesamte Gegend eine riesige Baustelle.

Ein sehr informatives neu erbautes „Waddenzentrum” mit Technikmuseum begeistern uns und zeigen eindrucksvoll die Geschichte und das Leben am Wattenmeer. Kostenfreier Eintritt (!!!) und eine sehr schöne Gastronomie mit Terrasse zum Wasser runden den Besuch ab
Am Deich kommen wir durch den Ort Zurich  mit Zuricher Bank!! Wir senden mal schnell ein Selfie an unsere Freunde in Zürich…

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